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Polen mit seiner berühmtesten Sehenswürdigkeit – Salzbergwerk Wieliczka
In Polen gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, sowohl architektonischer als auch natürlicher Art. Beides zusammen ist vereint im Salzbergwerk Wieliczka, welches Zeugnis des jahrhunderte langen Salzabbaues in Polen ist. Es kann auf eine außerordentlich lange Geschichte zurückblicken. Seit 1978 steht es auf der Liste des Weltkultur- und Naturerbes der UNESCO. Im Jahre 1989 wurde es in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen. Der Ort Wieliczka befindet sich im Süden Polens, etwa 17 km südöstlich der Stadt Krakau.
Als gegen Mitte des 13. Jahrhunderts zahlreiche Salzquellen erschöpft waren, wurde nach unterirdischer Salzsole gesucht. Bei Wieliczka stieß man dabei auf eine Lagerstätte von Steinsalz. Der Sage nach wird die Entdeckung mit der Herzogin Kunigunde (Kinga) in Verbindung gebracht, der Gattin des Herzogs Boleslaus des Keuschen von Krakau. Sie soll von ihrem Vater einen Ring als Mitgift erhalten haben, den sie in eine Salzgrube in Siebenbürgen warf. Kurz nachdem sie in Polen angekommen war, entdeckte man in Bochnia und Wieliczka die Salzlagerstätten. Der Ring der Kunigunde wurde bei der ersten Salzförderung in Polen wieder zu Tage gefördert.
Sehenswürdigkeiten und Reiseziele in Polen
Etwa im Jahre 1280 erfolgten im Goryszowskischacht die ersten Bohrungen. Maschinen kamen bereits im 15. Jahrhundert erstmals zum Einsatz. Seit dem 17. Jahrhundert setzte man Pferde zur Arbeit im Bergwerk ein. Bis zum 18. Jahrhundert erfolgte der Abbau nur bis zu einer Tiefe bis 60 Meter.
Vier weitere Sohlen, bis zu einer Tiefe von 340 Meter, wurden später angelegt unter den alten Bauen. Zusammen mit dem Salzbergwerk in Bochnia bildete das Salzbergwerk Wieliczka vom 14. Jahrhundert bis 1772 das größte königliche Bergbauunternehmen Polens. Das Salzbergwerk Wieliczka ging nach 1918 über in den Staatsbesitz Polens. Die Salzförderung ist seit 1993 eingestellt. Seitdem ist das Salzbergwerk nur noch eine Attraktion für Touristen. Es wird auch als Sanatorium genutzt.
Ein Wassereinbruch im Bergwerk führte 1992 zu einem Tagebruch am Kloster und am Bahnhof. Das Bergwerk und das Kloster konnten im Rahmen einer Rettungsaktion gesichert werden.
Eine Touristenroute führt den Besucher neben dem Abbaustollen in eine Tiefe von 64 bis 135 Meter. Sie ist zwei Kilometer lang und führt durch ein Labyrinth aus Stollen und Kammern. Auf einer schmalen Treppe mit 378 Stufen erfolgt der Abstieg.
Im Rahmen einer zweieinhalbstündigen Führung zeigen ehemalige Bergleute, die mehrere Sprachen beherrschen, den Besuchern die zauberhafte unterirdische Welt. Man erfährt dabei viel über die Geschichte des Bergbaues, die Techniken der Salzförderung und die Entwässerung und Belüftung.
Der Tonschiefer verfügt über einen Salzgehalt von 85 %. In ihn wurden neben verschiedenen Kapellen auch Reliefs und Figuren geschlagen, auch aus der heutigen Zeit, wie z. B. Solidarnosc und Papst Johannes Paul II.
Der Besucher wird durch verschiedene Kammern geführt. In der Erazm-Baracz-Kammer in 100 Meter Tiefe befindet sich ein 9 Meter tiefer See. Er soll noch salziger sein als das Tote Meer. Ab 1846 wurde aus diesem See 20 Jahre lang Salz abgebaut.
Die Kapelle der heiligen Kunigunde, die im Jahre 1927 eingeweiht wurde, stellt sicher den Höhepunkt des Besuches dar. Sie ist vollkommen aus Steinsalz gehauen. An den Seitenwänden befinden sich viele schöne Reliefs. Die Kronleuchter an der Decke sind aus Salzkristallen geschnitzt. Die Kapelle ist mehr als 54 Meter lang, 15 bis 18 Meter breit und 12 Meter hoch. Sie wird genutzt für Theater- und Konzertaufführungen.
Weitere unterirdische Kapellen entstanden bereits im Mittelalter. Auch sie wurden in das Steinsalz gehauen und wurden von den Bergleuten zum Beten genutzt.
An vielen Skulpturen sind im Laufe vieler Jahrzehnte schwerwiegende Schäden aufgetreten auf Grund der Feuchte der Atemluft der Besucher. Verfärbungen und Deformationen wurden verzeichnet. Um weitere Schäden zu verhindern, wurden Belüftungssysteme in die Haupträume installiert. Damit wurde eine ausreichende Entlüftung erreicht. Viele Nebengänge sind offiziell für den Besucher nicht mehr zugänglich. Einige davon werden zur Zeit restauriert und sollen noch im Laufe dieses Jahres wieder eröffnet werden.
Im Bergwerk zeigt ein Museum historische Dokumente des Bergbaues sowie Grubenwerkzeuge. Eine Bar und ein Restaurant befinden sich ebenfalls in der Tiefe. Die Temperatur beträgt dort 14 °C.
Der Weg aus dem Bergwerk führt den Besucher über die Galeria Antonia zu einem engen Aufzug, der bereits genutzt wurde, als noch Salz gefördert wurde. Er bringt den Besucher wieder ans Tageslicht.
Zur Behandlung von Atemwegserkrankungen gibt es in Wieliczka einen Heilstollen.
Zeugnis über das Bergwerk und die Stadt Wieliczka geben die bekannten Kupferstiche des Danzigers Wilhelm Hondius aus dem Jahre 1645 sowie über den Bergwerksbetrieb von Johann Gottfried Borlach und Johann Essaias Nilson.
In Wieliczka wird immer noch Salz produziert, jedoch nur als Sudsalz. In die Saline eindringendes Wasser wird an die Oberfläche in eine Wasseraufbereitungsanlage, die bereits seit 1912 besteht, befördert. Dort wird dem Wasser Salz entzogen. Ebenso wird die Gefahr des Einsturzes der Saline erheblich verringert.
Besuche des Bergwerkes sind nur für Gruppen möglich. Deshalb sollte man reservieren, um sich einer Gruppe anschließen zu können. Reservierungen sind möglich im Winter bis 12:00 Uhr und im Sommer bis 15:00 Uhr. Geöffnet ist das Bergwerk von Mitte April bis Mitte Oktober von 07:30 Uhr bis 18:30 Uhr, in der übrigen Hälfte des Jahres von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr.
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Artikel wurde zuletzt geaendert am: 25.05.2010; 16:58:13 Uhr











