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Zypern mit seiner berühmtesten Sehenswürdigkeit – Burg Kolossi

Die Insel Zypern hat sich zu einem beliebten Reiseziel entwickelt, einerseits auf Grund des milden Klimas, andererseits auf Grund ihres Reichtums an Sehenswürdigkeiten. Eine davon ist die Burg Kolossi. Sie befindet sich im Dorf Kolossi, unweit der Hafenstadt Limassol im Süden Zyperns, etwas nördlich von der Halbinsel Akrotiri gelegen. Dies ist der griechische Teil der Insel.

 

Kaiser Isaak hatte einst in Kolossi sein Lager, welches im Jahre 1191 von Richard Löwenherz angegriffen wurde. Zu dieser Zeit hat es dort wahrscheinlich noch keine Festung gegeben. Man vermutet, dass die Burg in ihrer ursprünglichen Form bereits im Jahre 1210 von fränkischen Truppen erbaut wurde. In der Nähe der heutigen Burg befinden sich im Osten, Nordosten und Norden Mauerwerksreste, die auf die frühere Festung schließen lassen, die wahrscheinlich errichtet wurde, nachdem Kolossi von König Hugo I. an die Johanniter verliehen wurde.

 

Die Johanniter verlegten im Jahre 1302  ihren Hauptsitz von Limassol aus nach Kolossi. Der Templerorden befand sich in Limassol. Beide Orden waren verwickelt in die Streitigkeiten der Brüder Amalrich und Henri II., die beide um den Thron kämpften. Henri wurde unterstützt vom Johanniterorden, Amalrich dagegen vom Templerorden. So befand sich die Burg während der Herrschaft Amalrichs von 1306 bis 1310 im Besitz des Templerordens. Die Templer wurden jedoch im Rahmen eines Prozesses gegen sie verhaftet. Man brachte sie auf die Burg Kyrenia. Vermögen und Besitz des Templerordens gingen zu großen Teilen an die Johanniter. Die Johanniter verlagerten im Jahre 1310 ihren Hauptsitz auf die Insel Rhodos, behielten jedoch Kolossi als Ordenssitz. Sie trieben im Gebiet um Kolossi die Entwicklung der Infrastruktur und der Wirtschaft voran. Sie bauten in unmittelbarer Nähe der Burg Wein und Zuckerrohr an. So diente die Burg als Lagerplatz für Zucker, der damals eine wichtige Rolle spielte als Exportgut. Die Burg spielte eine wichtige strategische Rolle.

 

Sehenswürdigkeiten auf Zypern bereisen

Die Infrastruktur wurde jedoch in den Jahren 1425 bis 1426 bei den Überfällen der Mamelucken stark zerstört. Dabei wurde auch die Burg zu großen Teilen beschädigt. Im Jahre 1454 wurde die Burg unter dem Großkomtur Louis de Magnac als Wohnturm auf die alte Festung neu errichtet. Sie ist eine Hochburg und gleicht daher einem Festungsturm. Er ist quadratisch und hat eine Seitenlänge von 16 Metern auf der Außenseite sowie 13,5 Metern im Innenraum, also sind ihre Mauern 2,5 Meter dick. Die Höhe beträgt 21 Meter.

 

Eine kleine Zugbrücke, die einst von einem hoch gelegenen Wall aus verteidigt wurde, führt den Besucher zur Burg. Diese Verteidigung geschah auf äußerst grausame Weise.

 

Die Verteidiger schütteten geschmolzenes Blei oder kochendes Öl auf die Angreifer. Über dem Tor befindet sich ein ornamentaler Gusserker, der den Zutritt einst schützte. Im unteren Bereich der Burg befinden sich zwei große Säle. Einer davon ist ausgerüstet mit einer überdimensional großen Feuerstelle sowie einer Wendeltreppe. Sie führt zu zwei Räumen im darüber liegenden Stockwerk, die dem Großkomtur als Wohnräume dienten. Beide Räume sind völlig leer. Die Fantasie und das Vorstellungsvermögen der Besucher werden dabei angeregt, sich vorzustellen, wie es dort einst zur Blütezeit der Burg ausgesehen hat. Im Hauptsaal des Eingangsbereiches befindet sich ein großes Wandgemälde.

 

 

Es zeigt eine Kreuzigungsszene und ist das Einzige, was von der Einrichtung geblieben ist. Im Kellerbereich der Burg befinden sich Zisternen, die zum Auffangen von Regenwasser dienten. Die Burg zählt zu den besterhaltenen Burgen des Landes.

Von der Wendeltreppe aus kommt man auf das Dach der Burg. Man sieht dort die Zinnen, die im Jahre 1933 von den Briten restauriert wurden. Es bietet sich dem Besucher ein fantastischer Blick auf die Umgebung mit ihren zahlreichen Zitrusplantagen und das Meer. Man konnte einst feindliche Schiffe schon aus der Ferne sehen.

Die Burg ist sehr schön gelegen. Viele Zypressen befinden sich im Bereich der Burg sowie imposante Trockenmauern aus Stein.

Neben der Burg befindet sich eine Zuckerfabrik, die über ein Tonnengewölbe verfügt. Nördlich der Fabrik befinden sich eine Zuckermühle aus damaliger Zeit sowie eine kleine Kirche, die als Burgkapelle für die Tempelritter diente. Alle diese Gebäude können besichtigt werden und sind nicht weniger interessant als die Burg. Auch ein Mühlengraben befindet sich dort.

 

Umgeben ist die Burg von Weinreben und Wohnhäusern. Noch heute werden die umliegenden Weinreben bewirtschaftet. Man hat die Gelegenheit, in einem nahegelegenen Weinmuseum etwas über die Geschichte des Weinanbaues zur Zeit der Johanniter zu erfahren sowie ein Glas des süßen zypriotischen Weines Commandaria zu probieren.

Derzeit wird die Burg von Kolossi neben verschiedenen anderen Sehenswürdigkeiten in Europa vorgeschlagen für das Europäische Kulturerbe-Siegel.

Die Burg ist täglich geöffnet von 09:00 bis 17:00 Uhr, im Sommer bis 19:30 Uhr. Man erreicht sie über Larnaca oder Limassol, indem man die Autobahn A1 bis zum Ende fährt und dann auf der Landstraße in östliche Richtung fährt. Die Burg sieht man bereits von weitem und hat sie nach kurzer Zeit erreicht. Sie ist nicht zu verfehlen. Ein öffentlicher Rastplatz befindet sich vor der Burg. Mit dem Bus kann man Kolossi erreichen von Limassol aus. An Eintritt wird pro Person ca. 1,70 € erhoben.

 

 

 



Artikel wurde zuletzt geaendert am:  21.05.2010; 17:47:11 Uhr





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