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Italien – Das Kolosseum in Rom
Das Wahrzeichen Roms und Ebenbild der sagenhaften Baukunst der alten Kulturen ist das größte erhaltene Amphitheater der Welt - das Kolosseum. Nur gut 10 Jahre Bauzeit aber ein Fassungsvermögen von 50.000 Personen sind zwei der zahlreichen Rekorde, die das Kolosseum seinerzeit erreichte. Noch heute wird das geschickte Zugangssystem für moderne Stadien genutzt, denn aufgrund der 80 Eingänge war es möglich, in 5 Minuten die gesamte Menschenmasse aus der Arena zu entfernen und nur 15 Minuten, um den Bau aus Ziegel, Marmor und Travertinstein zu füllen.
Das Meisterwerk altrömischer Architektur ist 4-stöckig, wobei 3 Stockwerke aus Rundbögen und Arkadengängen besteht und eines aus massiver Mauer mit kleineren, rechteckigen Fenstern gebaut wurde. Die elliptische Form des Kolosseums ermöglichte dem Zuschauer das bessere Beobachten der Darbietungen, die unfreiwilligen Darsteller jedoch bot die runde Form keine Chance, sich in Ecken vor den Tieren oder anderen Kämpfern zu verstecken. Das unvergleichliche Bauwerk hat eine Höhe von fast 50 Metern und einen Umfang von ca. 530 Metern, die „Bühne" in seiner Mitte war 54m breit und 86m lang. Bemerkenswert sind bis heute auch die Aufzugsysteme und Falltüren, die es möglich machten, aus den bis zu 7m tiefen Kellergewölben in Sekundenschnelle Kämpfer, Tiere oder Aufbauten in die Arena zu heben. Unter dem Kolosseum waren außerdem Ställe und Kerker untergebracht, die ständig mit wilden Tieren und zu Tode verurteilten Feinden Roms aufgefüllt wurden.
Kreuzfahrten nach Italien - Sehenswürdigkeiten in Italien erleben
Nur wenige jahrtausendealte Monumente aus den alten Hochkulturen blieben erhalten, um sie noch heute in nahezu voller Pracht zu bewundern. Das atemberaubende Kolosseum in Rom gehört zweifelsfrei zu den Bauten, die uns noch heute in die Zeit des erhabenen Römischen Reiches versetzen und den Besucher staunen lassen über die Perfektion der Bauwerke mit den damaligen Möglichkeiten.
Das politische System, die Lehren der großen Philosophen, die lateinische Schrift, die hochentwickelte Mathematik und die Ethik des Staates prägt bis heute die gesamte westliche Welt. Schon zu Zeiten der Erbauung zwischen 72 und 80 n.Chr. hatten die römischen Imperatoren erkannt, dass ein wahrer Herrscher das Volk auf seiner Seite haben muss, um sattelfest auf dem Thron zu sitzen. Vespasian, als Nachfolger Neros, der die Stadt 64 n. Chr. niederbrennen ließ, hatte eine nicht leichte Aufgabe, das Vertrauen des Volkes nach Neros Herrschaft wieder zu gewinnen und die Bürger Roms wieder als Stützen des Kaiserthrones zu erreichen.
Er musste etwas Großes, Monumentales schaffen, etwas nie dagewesenes, um den Menschen zu beweisen, dass er als Kaiser für das Volk lebt. So entschloss er sich, ein Amphitheater bauen zu lassen, das größer war als alle bisher gesehenen (besonders imposanter als das Neros außerhalb der Stadt). Die Unmenge als Geld, die der Bau verschlang, wurde übrigens aus der Plünderung Jerusalems mit dessen Tempelschatz finanziert.
Endgültig eröffnet wurde das Monument mit Spielen, die 100 Tage andauerten und in denen nach Belegen gut 5.000 Tiere getötet wurden. Bei den Spielen wurden Schlachten nachgestellt gegen fremde Völker, deren sklavische Darsteller die typische Rüstung dieser Feinde trugen (meist jedoch minderwertige Waffen, um die Überlegenheit der Römischen Feldherren zu betonen). Auch Gladiatorenkämpfe, Hetzjagden auf exotische Tiere und sogar Seeschlachten wurden dargeboten, da die gesamte Arena in den Anfangsjahren geflutet werden konnte.
Die Unterkellerung verhinderte dies jedoch schließlich. Der Alltag im Kolosseum war ganz nach dem Geschmack der Römischen Gesellschaft. Die Stände rund um den Event-Bau mit Gastro-Angebot- wie man das Kolosseum wohl heute nennen würde - boten Früchte, Wein, Kuchen, Süßes und Nüsse an, außerdem Schmuck und Tücher sowie „Souvenirs" der Gladiatoren, die damals wie Popstars verehrt wurden - ähnlich wie bei heutigen Sternchen weilte ihr Ruhm jedoch nur selten so lang, dass sie schließlich frei gesprochen wurden oder zu besoldeten „Berufsgladiatoren" wurden. Die reicheren Römer konnten also schlemmen, shoppen und das meist grausame Unterhaltungsprogramm genießen.
Der ärmere Pöbel durfte sich auch eigene Speisen mitbringen und diese während der stundenlangen Darbietungen verzehren. So wurde das Kolosseum zu einem Ort des Vergnügens, der Gemeinsamkeit, des gesellschaftlichen Lebens und rundum: Zum Fernsehen des Alten Roms, vor dem man sich zum Feierabend entspannt. Die 4 Stockwerke waren dabei den verschiedenen Ständen zugeordnet: In der untersten Reihe, mit direktem Blick auf die Sandfläche, waren die Senatorenplätze und die kaiserliche Loge sowie Abteile für die männlichen Priester und die Vestalinnen (jungfräuliche Priesterinnen der Vesta mit ähnlichen Rechten wie ein römischer Mann) untergebracht. Die nächsthöheren Sitzplätze galten den Rittern (Equites) der kaiserlichen Armee, die später auch wirtschaftlich tätig waren. Darüber saßen die wohlhabenden Bürger, die dort mit ihren Familien die Spiele genossen. Der 3. Rang war den Männern der Unterschicht zugeordnet. Erst später wurde das vierte Geschoss aufgesetzt, um den Frauen der Unterschicht Stehplätze zu verschaffen.
Trauriger als dieses bunte Vergnügen an der Oberfläche war das Schicksal der Tiere und Sklaven, die für die Massen in der Arena starben. Während seiner fast andauernden Nutzung über 400 Jahre starben laut Hochrechnungen bis zu 500.000 Menschen sowie über dreimal so viele Tiere im „Vergnügungsareal" Roms. Hierzu gehörten eine Vielzahl von exotischen Tieren wie Löwen, Tiger, Giraffen und Zebras, die aus den entlegenen Gebieten des Reiches nur für das Vergnügen der römischen Bürger importiert wurden. Zu den beliebten Hetzjagden kam zusätzlich das „Vorwerfen" von zum Tode verurteilten, die durch die Krallen und Zähne der ausgehungerten Tiere sterben mussten.
Auch die ersten Christen kamen so vor den Massen ums Leben, bis Kaiser Konstantin um 400 n. Chr. die christliche Religion anerkannte. Kurz darauf fanden die spätantiken Völkerwanderungen statt und die Einwohnerzahl Roms ging drastisch zurück, was schließlich auch das Kolosseum als Amüsement überflüssig machte. Nach 550n.Chr. wurde das Kolosseum den Naturgewalten, im Mittelalter Wohnungslosen und adligen Familien überlassen, die das Bauwerk als Materialquelle für ihre Bauwerke benutzten. Dies wurde erst im 18. Jahrhundert beendet, um dieses meisterhafte Bauwerk mit der hohen Bedeutung für die römische Geschichte zu erhalten. Heute ist das Kolosseum neben dem Wahrzeichen Roms und Italiens auch ein Märtyrerdenkmal und seit 1999 Mahnmal für die Todesstrafe, das in bunten Lichtern erstrahlt, wenn weltweit eine Todesstrafe aufgehoben wird oder ein Staat diese Art der Strafe gänzlich abschafft.
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Artikel wurde zuletzt geaendert am: 31.05.2010; 19:32:19 Uhr











